Portal für geschädigte Dieselkunden

München, Überarbeitet am 24.04.2018; Es begann mit einem veritablen Aktienskandal, der derzeit vor dem Oberlandesgericht Braunschweig verhandelt wird, und es wurde zu einer veritablen Krise der Autoindustrie. VW wurde schon mehrfach wegen Betruges verurteilt, der letzte Saubermann BMW hat seine Unschuld verloren. "Irrtümlich" will man bei 12.000 Fünfer und Siebener BMWs eine falsche Software aufgespielt haben, die dann wohl dazu führt, dass im Praxisbetrieb die Vorgaben nicht eingehalten wurden. Verantwortliche Manager von Autokonzernen sitzen in Untersuchungs- und teils sogar - in USA - in Strafhaft. Diverse leitende Angestellte von VW, unter ihnen der seinerzeitge Vorstandsvorsitzende Winterkorn, seine sich einer US-amerikanischen Anklage und einem internationalen Haftbefeh ausgesetzt.

All die VWs, Opels, Mercedesse Audis und sogar Porsches mit Dieselmotoren der Schadstoffstufen EURO5 und EURO6 reißen die Grenzwerte außerhalb der Tests, wenn denn die Abgasreinigung überhaupt aktiv ist. Zur Abschaltung reicht in vielen Fällen, zuletzt festgestellt beim Mercedes Vito, dass der Adblue-Tank leer ist oder eine Temperaturgrenze, die oberhalb der hierzulande typischen Durchschnittstemperatur liegt, unterschritten wird.

Beim Opel Zafira reicht sogar eine Temperaturschwelle von 17 Grad Celsius, bei deren Unterschreiten die Abgasnachbehandlung abgeschaltet wird, ein Wert, den einige Audi-Modelle sogar noch überbieten sollen. Achtzylinder-Diesel reduzieren angeblich schon bei 19 Grad Celsius, also praktisch immer. Nur eines war sicher: Bei 20 Grad Celsius, der Mindesttemperatur der Abgastests, funktionierte alles bestens. Sofern man nicht lenkt oder bremst und dadurch dem Wagen signalisiert, we werde gar nicht getestet.

Der VW Konzern hat wohl schon vor 2008 Abschalteinrichtungen, sog. Defeat Devices in Diesel-Fahrzeuge mit dem Motorentyp EA 189 eingebaut. Betroffen sind insbesondere folgende Diesel-Modelle:

Audi A1, A3, A4, A5, A6, Q3, Q5 und TT der Baujahre 2009-2014,

Skoda Fabia, Roomster, Octavia, Yeti, Rapid und Superb der Baujahre 2009-2014,

Volkswagen Deutschland Golf VI, Passat VII, Tiguan I, Polo, Jetta, Scirocco, Caddy und Transporter der Baujahre 2009-2014

diverrse Seat-Modelle mit Vierzylindermotor

Die Porsche Macan und Cayenne der Schadstoffeinstufung EURO6 - hier wurde sogar nach Auffliegen des Diesel-Skandals im Herbst 2015 munter weiter betrogen.

Volkswagen America: Betroffen sine hier Modelle Jetta der Baujahre 2009-2015, Jetta Sportwagen der Baujahre 2009-2014, Beetle der Baujahre 2012-2015, Beetle Cabrio der Baujahre 2012-2015, Golf der Baujahre 2010-2015, Golf Sportwagen des Baujahres 2015 und Passat der Baujahre 2012-2015.

Betroffen sind auch diverse Mercedes-Modelle mit 4- und Sechszylindermotor sämtlicher Baureihen, ferner die Opel-Diesel mit 1,7 und 1,9 CDTI, die die Abgasreinigung mit massiven sog "Thermofenstern" versehen haben, was nach der EU-Richtlinie eindeutig verboten ist.

Am besten dokumentiert ist die Malaise natürlich beim VW-Konzern. Dieser hatte, wie US-Recherchen ergaben, mittels einer Software das Prüfergebnis derart manipuliert, dass der Eindruck entstanden ist, die Abgasnormen seien eingehalten worden. Tatsächlich waren der NOx und der CO2-Ausstoß deutlich höher. Der Schein eines „sauberen Dieselfahrzeugs“ täuschte und sollte auch täuschen. Tangiert wardamit natürlich auch der Wert eines solchen Fahrzeuges. 

Als besonders dreist muss man wohl die Vorgehensweise bei Porsche und diversen Audi-Modellen bezeichnen, die noch im Herbst 2016 Modelle mit einem sog. "Warm-Up-Modus" ausgeliefert wurden. Dieser wird nur aktiv, wenn sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. Schon geringe Lenkeinschläge oder eine Neigung um die Hochachse oder ein beherzter Tritt aufs Gaspedal bringt ihn zum erlöschen. Dafür ist er auch beim Start eines betriebswarmen Motors aktiv, wie DER SPIEGEL herausgefunden hat. Das Kraftfahrt-Bundesamt muss hier sogar mit einem Zulassungsverbot gedroht haben.

Nur noch peinlich ist die bis dato letzte Affäre bei Audi, aufgrund derer ein Auslieferungsstopp für 3,0 L Diesel-A6 der aktuellen Serie angeordnet werden musste. Auch dies eaktuelle Version hatte noch eine unzulässige Abschaltfunktion, die die Abgasreinigung bei drohender Entleerng des AdBlue- Tanks einfach eistellte. Nachtanken ist bei diesen Wagen wohl keine Option.

Der Schaden durch den Erwerb derartigerFahrzeuge wird unterschiedlich betrachtet. Teilweise wird eine Wertminderung in der Differenz zwischen dem makelbehafteten und dem makelfreien Fahrzeug gesehen. Geltend gemacht werden kann aber auch der sog. "große Schadenersatz", bei dem das Fahrzeug gegen Zahlung des Kaufpreises unter Anrechnung einer Nutzungsentschädigung herausgegeben wird.