Portal für geschädigte Dieselkunden

Es begann mit einem veritablen Aktienskandal, der derzeit vor dem Oberlandesgericht Braunschweig verhandelt wird, und es wurde zu einer veritablen Krise der Autoindustrie. VW wurde schon mehrfach wegen Betruges verurteilt, der letzte Saubermann BMW hat seine Unschuld verloren. "Irrtümlich" will man 12.000 Fünfer und Siebener BMWs eine falsche Software aufgespielt haben, die dann wohl dazu führt, dass im Praxisbetrieb die Vorgaben ncht eingehalten wurden.

All die VWs, Opels, Mercedesse Audis und sogar Porsche mit Dieselmotoren der Schadstoffstufen EURO5 und EURO6 reissen die Grenzwerte außerhalb der Tests, wenn denn die Abgasreinigung überaupt aktiv ist. Zur Abschaltung reicht in vielen Fällen, zuletzt festgestellt beim Mercedes Vito, dass der Adblue-tank eer st oder eine Temperatur, die oberhalb der hierzulande typischen Durchschnittstemperatur liet, unterschritten wird.

Beim Opel Zafira reichte sogar eine Temperatur von 17 Grad Celsius, um die Abgasnachbehandlung abzuschalten, ein Wert, den einige Audi-Modelle sogar noch überbieten sollen. Nur eines war sicher: Bei 20 Grad Celsius, der Mindesttemperatur der Abgastests, funktionierte alles bestens.

Der VW Konzern hat wohl schon vor 2008 Abschalteinrichtungen, sog. Defeat Devices in Diesel-Fahrzeuge mit dem Motorentyp EA 189 eingebaut. Betroffen sind insbesondere folgende Diesel-Modelle:

Audi A1, A3, A4, A5, A6, Q3, Q5 und TT der Baujahre 2009-2014,

Skoda Fabia, Roomster, Octavia, Yeti, Rapid und Superb der Baujahre 2009-2014,

Volkswagen Deutschland Golf VI, Passat VII, Tiguan I, Polo, Jetta, Scirocco, Caddy und Transporter der Baujahre 2009-2014

diverrse Seat-Modelle mit Vierzylindermotor

Die Porsche Macan und Cayenne der Schadstoffeinstufung EURO6 - hier wurde sogar nach Auffliegen des Diesel-Skandals im Herbst 2015 munter weiter betrogen.

Volkswagen America der Modelle Jetta der Baujahre 2009-2015, Jetta Sportwagen der Baujahre 2009-2014, Beetle der Baujahre 2012-2015, Beetle Cabrio der Baujahre 2012-2015, Golf der Baujahre 2010-2015, Golf Sportwagen des Baujahres 2015 und Passat der Baujahre 2012-2015.

Betroffen sind auch diverse Mercedes-Modelle mit 4- und Sechszylindermotor sämtlicher Baureihen, ferner die Opel-Diesel mit 1,7 und 1,9 CDTI, die die Abgasreinigung mit massiven sog "Thermofenstern" versehen haben, was nach der EU-Richtlinie eindeutig verboten ist.

Am besten dokumentiert ist die Malaise natürlich beim VW-Konzern. Dieser hatte, wie US-Recherchen ergaben, mittels einer Software das Prüfergebnis derart manipuliert, dass der Eindruck entstanden ist, die Abgasnorm sei eingehalten worden. Tatsächlich waren der Nox und der CO2-Ausstoß deutlich höher. Der Schein eines „sauberen Dieselfahrzeugs“ täuschte und damit natürlich auch der Wert eines solchen Fahrzeuges. 

Besonders dreist muss man wohl die Vorgehensweise bei Porsche und diversen Audi-Modellen bezeichnen, die noch im Herbst 2016 Modelle mit einem sog. "Warm-Up-Modus" ausgeliefert haben. Dieser wird nur aktiv, wenn sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. Schon geringe lenkeinschläge oder eine Neigung um die Hochachse oder ein beherzter Tritt aufs Gaspedal bringt ihn zum erlöschen. Dafür ist er auch beim Start eines betriebswarmen Motors aktiv, wie DER SPIEGEL herausgefunden hat. Das Kraftfahrt-Bundesamt muss hier sogar mit einem Zulassungsverbot gedroht haben.

Der Wertverlust bei den Fahrzeugen wird unterschiedlich betrachtet. Teilweise wird eine Wertminderung in der Differenz zwischen dem makelbehafteten und dem makelfreien Fahrzeug gesehen. Teilweise wird ein Totalwertverlust angenommen mit dem Ergebnis, dass das Fahrzeug gegen Zahlung des Kaufpreises unter Anrechnung einer Nutzungsentschädigung herausgegeben wird.