Bundesminister Andreas Scheuer: Die Erde ist eine Scheibe

München, 12.11.2018; Das hat der Verkehrsminister so natürlich nicht gesagt. Seine Äußerungen gegenüber der Nachrichtensendung Heute-Journal liegen aber nicht weit entfernt von diesem Statement:

"Die Fehler und Manipulationen haben mit der jetzigen Situation der Fahrverbote und den Problemen in den Innenstädten nichts zu tun". Die Softwareupdates seien gemacht und die Sache damit in Ordnung gebracht. Damit sei alles wieder gut.

Der Minister ist offensichtlich nicht ganz über die Manipulationen und die Funktionsweise der Softwareupdates informiert. Sonst wüsste er, dass Millionen bereits upgedateter VW im Winterhalbjahr weitestgehend auf die eingebaute Abgasreinigung verzichten. Schon bei plus 15 Grad Celsius wird hier die Abgasreinigung sukzessive zurückgefahren, gerade im Winter, wo die Luftmassen ohnehin stabiler, also weniger bewegt sind und häufig Inversionswetterlagen herrschen.

Dann reinigen diese Dieselfahrzeuge mit Billigung der Regierung eben gerade nicht. Und das, obwohl die geltenden Richtlinien vorschreiben, dass selbst bei einem Kaltstart bei minus 7 Grad Celsius innerhalb von weniger als 7 Minuten die Abgasreinigungsanlage voll funktionsfähig sein muss und diese bei normalen Betriebsverhältnissen, also gerade auch im Winter, voll aktiv sein soll.

Lieber Herr Minister, uns ist derzeit kein deutscher Hersteller bekannt, dessen Dieselfahrzeuge diese Vorgabe in der Vergangenheit auch nur ansatzweise erfüllten. Vielmehr verlassen über einen großen Teil des Jahres die Abgase ungereinigt den Auspuff. Solange die Abgasreinigung nicht den vorgegebenen Richtlinien entspricht, kann man ihre Aussage also nur als widerlegt betrachten. Wie bei der Debatte um die Form der Erde. Diese war ja auch eine ganze Weile umstritten.