Heimlich, still und leise: Porsche-Update mit höchster Diskretion

Einmal kurz zum Reifenwechsel, schon ist der Macan upgedated

München, 16.11.2018; Es ist ja auch peinlich. Ausgerechnet bei Deutschlands Nobel-Auto-Schmiede wurden fatale Fehler im Abgasreinigungssystem entdeckt. Warm-Up-Modus nennt sich das Programm, das auf dem Prüfstand für saubere Luft und sonst für ungebremstes Vorwärtskommen sorgt. Da ist es besser, mit der Abgasreinigung einstweilen zu pausieren. Dumm nur, dass mit diesem Feature sogar die Geduld des doch ansonsten so gnädigen Kraftfahrtbundesamtes überstrapaziert wurde. Am 14. bzw. 16.05.2018 hieß es die Cayennes bzw. Macans mit Euro 6 müssen in die Box.
"Verpflichtender Rückruf" bedeutet das und das ist natürlich unangenehm. So dachte man sich, am besten die Kunden nicht belästigen oder gar informieren. Man sieht die Autos bei Porsche ohnehin recht regelmäßig, also bei nächster Gelegenheit einfach neue Software drauf, dann den Auftrag noch kurz nachholen, eine Unterschrift wegen "Gewährleistung" heißt das, so spart man sich die lästigen Informationen der Kundschaft, noch lästigere Nachfragen und dem KBA kann man auch gleich noch Vollzug melden.

Ungenehmigtes Softwareupdate als Eigentumsverletzung

Dieses erst im Nachgang "genehmigte" Verfahren lässt sich schlicht als Eigentumsverletzung definieren. Das scheint die Verantwortlichen aber nicht zu stören. Es kommt ja nicht darauf an, ob das KBA ggf. ein derartiges Update erzwingen kann. Nach allem, was man vom VW-Update weiß, dürfte diese "Verbesserung" schon daran scheitern, dass ein Update ja keine nachhaltige Lösung ist, denn ein bisschen neue Software macht doch kein unzureichendes Abgassystem voll funktionsfähig. Und anstatt dass man mit dem Teufel nun mit dem Beelzebub rumfahren kann, bringt ja letztlich auch keine Vorteile, am allerwenigsten für die Umwelt. 
Da mag es schon Gründe geben, eine Diskussion über die Fehlerbehebung mit der tendenziell anspruchsvollen Porsche-Kundschaft gar nicht erst zu führen. Ob das der Weg sein kann, "Vertrauen zurückzugewinnen" (muss ja nicht nur die Fußballnationalmannschaft, sondern auch die Autoindustrie), daran haben wir allerdings erhebliche Zweifel.

Pfui Porsche!